Lasertechnik für Goldschmiede

High-tech für Schmuck
Lasertechnik für Goldschmiede

Gebrochene Ringe und Ketten, zersplitterte Anhänger und Broschen, die der Lötkolben eher zerstören als wiederherstellen würde, können mittlerweile durch ausgefeilte Lasertechnik repariert werden. Über den Einsatz von Lasersystemen im Schmuckbereich informierten sich die Mitglieder des Landesinnungsverbandes für das Gold- und Silberschmiedehandwerk im Rahmen ihrer Fachtagung bei der Starnberger Firma Baasel Lasertechnik

Starnberg – Mit „echtem high tech“, so Walter Kraus, Bereichsleiter für den Geschäftsbereich Serienprodukte bei Baasel, hätten sich die Goldschmiedehandwerker noch so gut wie gar nicht befasst. Aus diesem Grunde wollte der Hersteller von Lasern und Lasersystemen dieser Berufsgruppe die Berührungsängste nehmen und zeigen, in welchen Bereichen das moderne System von Baasel zur Gold- und Silberbearbeitung einsetzbar ist.

Ein gebrochenes Schmuckstück mittels Laserstrahl wieder zu verbinden ist ebenso möglich wie die Gussfehler bei einer Serienanfertigung zu berichtigen, so Kraus. Aber auch beim kreativen Arbeiten sei das System, das ursprünglich für den Dentalbereich entwickelt wurde, zu gebrauchen. Löten ist beispielsweise dann nicht möglich, wenn die Fassung eines kostbaren Steines mit einem anderen Stück Edelmetall verbunden werden soll, aber der Stein durch die Hitze zerspringen würde. Beim Laser gibt es dieses Problem nicht.

Mit beiden Händen kann der Goldschmied in das vor ihm stehende Gerät hineingreifen und das Schmuckstück bereit legen. Um den Laserstrahl genau auf die gebrochene Stelle richten zu können, blickt er durch ein Mikroskop. Per Pedal wird dann der Laser ausgelöst. Die Verletzungsgefahr sei dabei im Vergleich zu Bunsenbrenner, Schweissgerät oder Lötkolben relativ gering, sagte Heidrun Klinger, zuständig für das Marketing bei Baasel.

„Inzwischen haben wir eine Schwelle erreicht, wo die Goldschmiede unser System als anerkanntes Werkzeug sehen“, erklärt Walter Kraus. Mehr als 200 solcher Geräte habe Baasel bereits deutschlandweit an verschiedene Goldschmieden verkauft. Rund 45000 Mark muß eine Werkstatt dafür bezahlen, eine zweitägige Schulung inbegriffen. Inzwischen hat Baasel den Vertrieb der Systeme für den Schmuckbereich an eine Pforzheimer Firma abgegeben. Man will sich, so Kraus, in diesem Bereich nur auf den Maschinenbau konzentrieren.

Baasel entwickelt und fertigt Lasersysteme zum Beschriften, Schneiden, Schweissen, Bohren und Löten, so wie Medizinlaser.

Der Artikel zur Lasertechnik für Goldschmiede von Anja Leber erschien in der Süddeutschen Zeitung vom 18. September 1996.